Monat: Juli 2018

 

Wie narzisstische Verletzungen heilen können

Die narzisstische PS ist eine der schwersten und komplexesten Persönlichkeitsstörungen überhaupt. Nicht jeder mit narzisstischen Anteilen leidet und ist entsprechend seelisch „erkrankt“, aber die, die darunter leiden, leiden teilweise Höllenqualen. Und auch die Partner und Partnerinnen von Narzissten können betroffen sein, sowohl mit eigenen Glaubenssätzen, als auch eigenem Störungsbild. Man triggert sich also gegenseitig.  Und dennoch bin ich davon überzeugt, dass man wieder gesunden kann und dass eine Beziehung daran wachsen kann, statt immer nur kaputt gehen.

Die Heilung des inneren Kind war mein Weg. Welcher wird deiner sein?

 

Wut und Hass und Narzissmus-Bashing darf auf keinen Fall die Lösung sein. Der Weg zur Liebe führt durch das Selbst. So sind zumindest meine Erfahrungen.

Narzissten sind keine Monster

Narzissten sind keine Monster!
Ein Narzisst ist ein menschliches Wesen, dessen Bedürfnisse in seiner Kindheit mehrfach frustriert wurden, der seine Autonomie niemals entwickeln konnte, der verletzt wurde, der in einer nicht wertschätzenden Umgebung aufwuchs, der Lob nur bei besonderen Leistungen bekam, der niemals bedingungslose Liebe erfahren hat und nun aufgrund seiner Selbstverachtung und seiner fehlenden Selbstliebe im Außen kämpft und sich über das Außen definiert und sich leider oft sehr unglücklich anstellt, sich vor Kritik und weiteren Verletzungen seiner Persönlichkeit, welche bei ihm eine Re-Traumatisierung auslösen, zu schützen, indem er sich selber aufwertet (erhöht) und andere dabei abwertet. Hinter seiner Wut steckt immer ein kleiner trauriger Junge oder ein kleines trauriges Mädchen – die Wut hindert den Zugang zum inneren Kind.

Narzissten beschützen nur ihr inneres Kind, leider stellen sie sich manchmal dabei sehr unglücklich an. Nach Außen wirkt das dann immer als habe der Betroffene kaum Empathie, keinerlei Resilienz, dafür aber ein überdimensionales Ego.

Gegen weiteren Schmerz

Auf vielen Websiten wird der Narzisst als Übeltäter dargestellt, der andere stets manipuliert, ausbeutet und damit alleiniger Sündenbock ist, der schuld hat, dass die Beziehung kaputt ist und der Ex oder die Ex leidet.

Dass in einer Partnerschaft lediglich zwei Menschen aufeinander treffen, die ihre dysfunktionalen Glaubenssätze bestätigen und damit triggern, wird dabei gerne übersehen.

Fakt ist, zu einer Beziehung gehören immer zwei. Einer der macht und einer der machen lässt. Wer für finanzielle Absicherung eine schlechte Behandlung duldet verdient Mitgefühl. Dennoch hat man es selber in der Hand dafür zu sorgen, dass gut mit einem umgegangen wird. Zur Not trennt man sich. Was ist daran so schwer?

Dass man dann lieber auf Narzissmusopferseiten über seinen Ex oder sich in Therapie-Befindliche sich sehr negativ äußert, verschafft im ersten Moment sicherlich Erleichterung (weil Wut tut gut), lindert aber kaum den eigenen Schmerz (Heilung findet im Inneren statt).

Man verbindet Verbündete und fühlt sich verstanden. Aber kaum geht man off, geht auch das grandiose Gefühl abhanden.

Am Ende des Tages sitzt man wieder mit dem eigenen Kummer allein. Muss man vorher tatsächlich anderen gegenüber ein gemeines Schwein sein?

 

Auf Narzissmusopferseiten sind die Rollen wieder vertauscht, merkt aber keiner, wegen dem scheiß Rausch.

Das Dramadreieck bleibt ein Dreieck, da kann man noch so viel tanzen, der Hass geht nur weg, wenn man den Zweck des Schmerzes erkennt und nicht mehr seine Tränen verdrängt.