Autor: Leonard Anders

 

Gastbeitrag von Ricco Meyer

Seelenschreiben💕

,,Ich bin müde.“ ,,Alles in mir kämpft darum das [richtige] zu tun.“ ,, Nichts [falsches] zu tun.“

,,Ständig denkt es in mir“: ,,Es ist nicht so wie ich es will“. ,,Ich will es SO“. ,,So wäre es Ideal“.

,,Ich will mich nicht mehr so fühlen, ich will Leichtigkeit und Frieden fühlen, Fülle leben“

,,Und was ist eigentlich meine Berufung“?
,,Wenn ich sie finde, verdiene ich dann damit Geld“?

,,Ich sollte ins Hier und Jetzt kommen“
,,Das ist alles nur eine Illusion“
,,Im Jetzt gibt es diese probleme nicht“

Ich atme..
Es wird still..

,,Oh nein, schon wieder ein Gedanke“
,,ich atme nochmal tiiiiieeeef durch“

🌬

Anspannung ist spürbar..

,,Warum klappt das denn nicht“!?

,,Was klappt denn nicht?“

,,Na, dass dieser scheiß aufhört!“

,,Was genau soll aufhören?“

,,Das Leiden!“

,,Ich versuche dich doch nur vor deinem Schmerz und vor erneuten Verletzungen zu schützen“!

,,Ja, doch du verstehst nicht, dass DU das Problem bist“!

,,Du verstehst nicht, dass ich du bin“

Stille..

Ego

Mein Kampf gegen mich selbst

Ich gebe zu: Vor drei Jahren noch war ich ein echt übler Zeitgenosse, zumindest online. Ich duldete kaum eine zweite Meinung neben meiner, ich wusste alles besser- gleichzeitig unterstellte ich diesen Absolutismus anderen. Ich projizierte massivst, sobald mein Alarmsystem in mir ansprang. Wenn ich getriggert wurde, waren stets die anderen schuld. In Wahrheit war mein inneres Kind bloß verletzt. Und der Narzisst in mir wollte mich retten. Das gelang ihm aber nicht. Denn er zog in den Krieg. Er bekämpfte alles und jeden und vor allem bekämpfte er mich selbst.

Immer wenn das der Fall war, schlug ich wild um mich. Ich biss, ich kratze, ich kniff, ich griff zu unfairen Mitteln. Ich war zeitweise Thema in zig Foren. Eigentlich soll man sich für Aufmerksamkeit bedanken. In diesem Falle aber ist es mir mehr als unangenehm.

Ich betrachte dies jetzt aber im Nachhinein als Entwicklung. Vielleicht musste ich diese Grenzsetzungen spüren. Ja ich sage bewusst Grenzsetzungen, auch wenn es sicherlich auch von der anderen Seite her unfair war. Alle gegen einen. Wie in meiner Kindheit, wo ich stets 5 Mobber um mich herum hatte. Ein Dejavü? Könnte man meinen, dem ist aber bei weitem nicht so. Als Kind war ich hilflos, als Narzisst dazu noch machtlos. Und ich ermächtigte mich. Ich strebte nach Macht, die ich als Kind nicht hatte und die ich als Heranwachsener unbedingt erlangen wollte.

Und die anderen verteidigten sich. Mussten sie auch. Wer traumatisiert ist und re-traumatisiert wird, vergisst die gute Kinderstube. Und selbst das ist verständlich und nachvollziehbar. Ja das, was in manchen Foren (immer noch) abgeht, triggerte mich bis vor einem Jahr noch sehr. Ich sprang immer darauf an. Ich weiß auch nicht. Irgendwas in mir, wollte dieses Bild, was die Gesellschaft von Narzissten hat abwehren. Selbst wenn nicht alle Zuschreibungen auf mich zutrafen. Ich wollte das nicht. Ich identifizierte mich zu sehr mit meiner Diagnose. Und das zeigte ich auch. Je mehr ich in die Abwehr ging, desto mehr griff ich an. Ich war in manchen Beiträgen ein regelrechter Tyrann. Wie ich schon sagte- ich duldete keine zweite Meinung. Ich war Gefangener meiner eigenen Wahrnehmung.

Und ich kann verstehen, dass bei manchen der Stachel noch tief sitzt. Ich habe selber ewig gebraucht um den Tätern meiner Kindheit zu verzeihen, es ihnen also nachzusehen und auch ihr Verhalten als menschliche Reaktion anzuerkennen. Ja- es ist menschlich sich zu schützen. Es ist menschlich sich zu verteidigen. Aber es ist nicht menschlich andere anzugreifen- verbal nicht und körperlich schon gar nicht. Letzteres ließ ich glücklicherweise aus, aber emotionale Gewalt wiegt mindestens genauso schwer. Als Kind war ich dieser hilflos ausgesetzt. Als Erwachsener später drehte ich den Spies um. Ich gebe zu, das war sehr dumm. Aber ich verzeihe mir dafür. Und ich danke jedem der mir das Feedback gab, was ich benötigte.

Ja die meisten Forenbetreiber gaben sich am Anfang immer große Mühe. Erwähnen möchte ich speziell Oliver Domröse von https://simplyfeelit.de/ . Er war empathisch. Er ist es immer noch. Schön, dass es ihn gibt. Aber auch er darf anderen Grenzen setzen, wenn sie ihm zu nahe kommen. Und vor allem darf er seine eigene Meinung vertreten. Das steht sogar im Gesetz.

Anfangs ließ er sich auf das Gefecht ein. Ich sage bewusst Gefecht und nicht Spiel, denn zu spielen war nicht mein Ziel. Wie gesagt ich wollte das Bild, was die Gesellschaft von (bösartigen) Narzissten hat (welche ich eher dem Spektrum der dissozialen Persönlichkeitsstörung/ Psychopathie zuordne) abwehren. Es gefiel mir nicht. Und es gefällt mir immer noch nicht. Die Übergänge zwischen gesundem Narzissmus und einer Persönlichkeitsstörung sind fließend. Glücklicherweise wird´s dahingehend 2022 auch eine Änderung geben. (siehe auch: https://narzissmus-selbsthilfe.de/?p=423 )

Es gibt jedoch keine gesunden Übergänge bei der antisozialen Persönlichkeitsstörung. Und ich fand unerhört dass vermischt wurde. Ich hätte sicherlich anders darauf hinweisen können. Aber vor allem hätte ich anderen ihre Wahrnehmung lassen sollen, denn darauf habe ich ja auch bestanden. Ich wollte ernst genommen werden. Das funktioniert nur nicht, wenn man es bloß von anderen einfordert- man selbst aber meint das nicht zu müssen. Ich konnte es nicht. Jetzt mache ich es einfach.

Ja jeder hat ein Recht auf seine Wahrheit. Und ich bin offen für jede Meinung.

Es wird immer noch gesagt, die NPS wäre nicht heilbar. Jedoch kommt diese Wahrheit von Menschen, die ich nicht kenne. Und ich muss ja nicht jeden davon überzeugen. Meine Ärzte haben es mir bescheinigt. Meine Freunde wissen es. Und ich fühle es. Und ja, ich verstehe, dass es Menschen gibt, die das nicht glauben können. Sie kennen mich ja nicht. Sie kennen die Diagnose NPS. Und sie haben Menschen in ihrem Umfeld auf die das wohl zutrifft. Dazu die ganzen Zuschreibungen im Netz. Die Vermischungen. Da ist das eben so, dass sich dieses Bild festsetzt. Und dann soll es auf einmal anders sein.? Das triggert. Das weckt schlafende Hunde. Es öffnet alte Wunden und wie ich schon beschrieb- dann springt das Alarmsystem an.

Sie fühlen sich auch bedroht- meistens ohne dass eine unmittelbare Bedrohung vorliegt, aber sie nehmen es so wahr. Man fühlt es. Für den Einzelnen ist das Realität. Und auch das gilt es zu akzeptieren- selbst wenn man es selber ganz anders sieht.

Ich habe auch lange gebraucht um Verantwortung zu übernehmen. Ich habe ewig gebraucht um die Täter-Opfer- Spirale zu verlassen. Im Dramadreieck stehe ich manchmal noch am Rand. Aber ich hab ja noch ein Jahr Zeit, bis ich zum Heilpraktiker geprüft werde. Und Themen hat jeder Mensch. Dazu brauch man keine gesicherte Diagnose.

Und andere brauchen mindestens genauso lange. Die Einsicht muss von Innen kommen. Ratschläge sind keine guten Ratgeber.

In diesem Sinne

Euer Leonard Anders, der einst ein Buch schrieb um den Menschen zu helfen, sich selbst zu helfen- was mir bei mir selber ganz gut gelang.

Mit Respekt und Liebe erziehen von Shefali Tsabary

Warum Bestrafung bei Kindern nicht hilft und was sie stattdessen tun sollten

Gibt es irgendjemanden der darauf steht gemaßregelt zu werden, ständig korrigiert, kritisiert, für Fehler die nur all zu menschlich sind, sei es von Arbeitskollegen, vom Chef, von Nachbarn oder von irgendwelchen Leuten, sei es auf der Straße oder im Internet? Fürchten wir nicht (alle) irgendwann einmal die Angst etwas falsch zu machen, nicht zu genügen oder gar abgelehnt zu werden? Falls manch einer sich nicht direkt angesprochen fühlt, schauen Sie sich gerne in ihrem Umfeld um. Kennen sie nicht zufälligerweise eine Person, die es hasst (ständig) gemaßregelt zu werden?

Kinder jedenfalls mögen dies auch nicht. Und trotzdem werden sie bestraft für Dinge, die aus Elternsicht falsch laufen. Statt mit Liebe und Respekt eine Beziehung zu gestalten, wird immer noch mit Disziplinierung und Bestrafung erzogen, selbst wenn dies wahrscheinlich im Nachhinein nicht gewollt war.

Im Volksmund unterstellt man (uns) KRITIKUNFÄHIGKEIT!!!

Dabei ist es nur die mangelnde Fähigkeit miteinander zu kommunizieren und sich zu verbinden, also eine Beziehung auf Augenhöhe zu führen und sich auf die gegenseitigen Bedürfnisse einzulassen bzw. ernsthaftes Interesse am Gegenüber zu zeigen. Ist es ein Bedürfnis sich ständig kritisiert zu fühlen oder andere zu kritisieren? Ist es ein Bedürfnis nur den eigenen Willen erfüllt zu bekommen, während der andere sehen muss wo er bleibt?

NEIN?

Und warum maßregeln Eltern ihre Kinder andauernd? Warum glauben viele Eltern, dass ihr Kind nach ihrer Pfeife tanzen muss und dass es ein Zeichen von Respektlosigkeit sein soll, wenn ein Kind gegen Regeln verstößt, die es selbst nicht aufgestellt hat und die auch nicht adäquat kommuniziert oder vorgelebt wurden? Warum kritisieren manche Eltern Kinder für etwas, was aus Elternsicht anders oder besser gemacht werden könnte? Bestrafung jedenfalls ist keine Motivation etwas besser zu machen, sondern ein Grund verbittert zu sein und dagegen zu rebellieren. Wenn ein Kind sich ungerecht behandelt fühlt, verhält es sich ähnlich, wie jemand, der gerade vom Chef gemaßregelt wurde. Ja die Eltern sind wie der Chef.

Angeblich soll man ja aus Fehlern lernen. Das ist leider in der Form nicht richtig. Richtig heißt es, dass wir aus Erfahrungen lernen und diese Erfahrung machen wir durch Beziehung, durch reflektierende Gespräche, durch Erkennen anderer Sichtweisen und nicht durch Disziplinierung durch den Erziehungsberechtigten oder Chef. Oder haben Sie noch Freude zu lernen, wenn Sie sich ständig rechtfertigen müssen oder Sie einfach nur dieses Gefühl haben, es tun zu müssen?

Nicht gut genug zu sein, ist kein schöner Gedanke. Aber viele denken es. Und in der Kindheit wird dafür der Grundstein gesetzt.

Shebaly Tsafary jedenfalls hat in ihrem Buch „Mit Respekt und Liebe erziehen“ viele wichtige Hinweise gegeben, wie eine Er(Be)ziehung zu unseren Kindern gelingt. Sie schreibt in sehr einfühlsamer Sprache, teils aus Erfahrung mit ihrer eigenen Tochter, als auch gespickt mit Fallbeispielen was wir stattdessen tun können, anstelle von Diszilplinierung und Bestrafung. Kinder dürfen aus den natürlichen Folgen des Lebens lernen, sei es, wenn sie den Bus verpassen und zu spät kommen, die heiße Herdplatte berühren oder wenn sie mit ihren Geschwistern streiten. Es bringt nichts, wenn wir als Eltern und ständig aufspielen und meinen es besser zu wissen oder aber weil wir unser Kinder nur beschützen wollen.

Beziehungen auf Augenhöhe jedenfalls fördern den gegenseitigen Respekt, sowohl den unsere Kinder vor uns haben, als auch den wir vor unseren Kindern haben sollten, denn auch diese werden irgendwann mal an unserer Stelle sein und dann wäre es hilfreich, wenn sie zu einem anderen Konfliktbewältigungsstil greifen, als pure Gewalt und Übergriffigkeit.

Ich kann das Buch wirklich jedem empfehlen.

Zwanghaft erzeugte Perfektion erzeugt Depression

Ich hatte nur einen Gedanken: Ich muss hier weg. Weg von diesem Ort, sofort. Mir ging’s so schlecht wie seit drei Wochen nicht mehr. Und das nur, weil ich mir zu sicher war, dass es ausreicht. Ich war mir zu sicher und habe die Kontrolle verloren. Das darf mir nicht passieren. Ich habe alles richtig gemacht. Aber ich war unachtsam. Immer wenn ich unachtsam bin, verliere ich. Statt einer eins war’s nur eine drei. Und der Schmerz ist groß. Die Gefühle sind extrem. Ich dachte daran, alles infrage zu stellen. Ich dachte ernsthaft daran, die Maßnahme abzubrechen. Und ich verspürte keine Lust mehr, weiterzuleben.

Als Perfektionisten gelten Menschen, die extrem hohe Maßstäbe an Handlungen oder Entscheidungen anlegen: Sie müssen auf bestmögliche, ja vollkommene, auf jeden Fall fehlerfreie Weise ausgeführt beziehungsweise gefällt werden. Gewöhnlich richten sich diese perfektionistischen Ansprüche dabei auf die eigenen Tätigkeiten, aber nicht selten werden die ehrgeizigen Maßstäbe auch an Mitmenschen angelegt: die Arbeitskollegen, die Freunde, die Familie, die Nachbarn, die Medienelite im Fernsehen, nicht selten alle Welt.

Es geht also beim Perfektionismus im Kern um das Streben nach dem Maximalen und Makellosen, danach, die Dinge immer noch besser zu machen als bisher. Es ist, als hätten Perfektionisten für ihre besonders wichtigen Lebensbereiche ein athletisches Motto ausgerufen: höher, schneller, weiter – und möglichst fehlerlos. Manche Perfektionisten streben danach nur in wenigen Lebensbereichen, andere machen daraus einen umfassenden Way of life. (Nils Spitzer)

Fehler sind dazu da, um sie zu machen und um aus ihnen zu lernen. Wenn es aber keine wirklichen Fehler sind, sondern nur mangelnde Gewissenhaftigkeit, frage ich mich, warum mein Gewissen einen derartigen Terror veranstaltet. Nüchtern betrachtet ist Mittelmaß nichts Schlimmes. Für mich ist das Vermeiden von Mittelmaß aber existenziell. Nur bei guter Leistung habe ich Liebe erfahren. Ein „Befriedigend“ reichte nicht. Ich selbst kann mich auch nur lieben, wenn ich gut und besser bin. Mittelmaß ist fast die ganze Gesellschaft, und ich will so nicht sein.

Einerseits wünschen sich Narzissten und schizoide Menschen, dazuzugehören – und zwar so, wie sie sind. Andererseits hassen sie es, dazuzugehören – wenn man sie nicht so sein lässt, wie sie sind.

Ich selber weiß nicht wirklich, was ich will. Ich kann zwar Phrasen dreschen, kann vorgeben, für alles eine Lösung zu haben, aber innerlich gelten für mich andere Regeln. Meine Gefühle lassen keinen anderen Gedanken zu. In meiner Welt ist Mittelmaß wie Gefängnisfraß. In meiner Welt ist Mittelmäßigkeit eine Zumutung. Sie bringt keine Genugtuung. Sie setzt mich quasi noch mehr unter Druck.

Doch wem will ich damit etwas beweisen? Meine Mutter spielt keine Rolle mehr in meinem Leben. Aber mein hochentwickeltes strafendes Elternteil in mir redet mir ein, nur etwas wert zu sein, wenn …

Von außen betrachtet macht mein Denken keinen Sinn. Ich muss mich eigentlich vor niemandem rechtfertigen außer vor mir selber. Das ist aber der Knackpunkt: Ich bin mein größter Widersacher, Unglücklichmacher, Leidensverursacher, Selbstauslacher, aber auch der Schmied meines eigenen Unglücks. Ich mache mich selber verrückt. Da kann jeder kommen und sagen, dass eine Drei vollkommen ausreicht – es reicht mir nicht. Ich muss perfekt sein!

Ich war den Tränen ganz nah. Das Gefühl meiner Kindheit war wieder da. Es reicht nicht, egal was ich mache, sie sehen mich nicht. Und mir sagte auch keiner, was ich tun muss, um gesehen zu werden. Niemand konnte mir sagen, was ich investieren muss, dass es reicht. Manchmal sind die Dinge eben so, wie sie sind. Manchmal hat man Pech. Manchmal ist es eben ungerecht. Manchmal sind die Menschen schlecht. Und oft bin ich der Leidtragende gewesen.

Ich wollte es als Kind allen recht machen. Ich wollte, dass es allen gut geht. Ich habe selten auf meine Bedürfnisse geachtet. War ich mal egoistisch, wurde ich verachtet. Ich musste tun, was die anderen nicht konnten. Der Klügere gibt nach. Der Klügere gibt alles. Der Klügere ist tolerant und lässt alles mit sich machen. Er macht auch alles, weil er es eben kann. Und wenn er es mal nicht kann, ist er eben doch nur Mittelmaß. Und Mittelmaß sind die meisten. Willst du dazugehören? Willst du wirklich wie alle anderen sein?

Sie können sich kaum vorstellen, wie es für ein Kind ist, das zu tun, was die Erwachsenen wollen, nur damit die Erwachsenen zufrieden sind. Das Kind hat zu gehorchen. Kinder gehorchen nun mal ihren Eltern, ihren Erziehungsberechtigten. Und die Erwachsenen haben sowieso immer recht. Ist das Kind klüger, hat es eben nachzugeben, denn der Klügere gibt (immer) nach.

Mein inneres Kind ist nur klug. Es ist aber (noch) nicht erwachsen. Es hat zwar meistens recht, aber es wird kein Recht bekommen, eben aus diesem Grund.

Dieses Denken macht auf Dauer krank. Dieses Denken verursacht Depression. Die Selbstzweifel werden größer. Was kann ich mit meiner Klugheit anfangen, wenn es eben nur reicht, wenn das Ergebnis perfekt ist? Perfektion ist langweilig. So heißt es doch. Oder ist das nur scheinheilige Heuchelei, um in der Öffentlichkeit nicht anzuecken?

Im Anecken war ich immer gut. Und am Ende war’s die Wut, mit der ich zwar Aufmerksamkeit bekam, aber es war auch die Wut, die mir die Gesellschaft nahm. Und mein inneres Kind war wieder allein.

Wann hört der Teufelskreis auf? Wann lässt der Druck, perfekt sein zu müssen, nach? Lohnt es sich heutzutage überhaupt noch, perfekt zu sein? Ich sage ganz eindeutig Nein, weil Menschen ohne Macke kacke sind, und die kleinen Makel und Fehler einen Menschen doch erst so liebenswert machen.

Wir sollten uns weniger von den Medien leiten lassen, die uns oftmals suggerieren, dass wir dieses oder jenes tun müssen, um von der Gesellschaft akzeptiert zu werden. Man braucht keinen Ferrari, geschweige denn überhaupt einen fahrbaren Untersatz, um sich zu behaupten. Was man braucht, ist ein einigermaßen mitfühlendes und lebensbejahendes Gemüt, einen lebhaften und einigermaßen gesunden Verstand. Viel mehr ist nicht erforderlich, und das ist ja auch schon allerhand und jeglicher Rede wert.

Perfektionismus ist anstrengend und in erhöhtem Maße ungesund. In klinischen Studien wird Perfektionismus mit Störungsbildern wie der narzisstischen Persönlichkeitsstörung, der schizoiden Persönlichkeitsstörung, mit Alkoholismus, Magersucht, Angst und Zwangsstörungen, sexuellen Funktionsstörungen sowie Selbstmordgedanken in Verbindung gebracht. Es gibt aber keine einheitliche Definition, die besagt, was genau darunter zu verstehen ist. Einigkeit herrscht immerhin, dass man Perfektionsstreben im Wesentlichen als ein Konstrukt mit Ausprägungen in zwei Dimensionen auffassen kann:

  1. Streben nach Vollkommenheit (perfektionistisches Streben): fasst unter anderem die Eigenschaften hohe persönliche Standards und Organisiertheit zusammen.
  2. Übertriebene Fehlervermeidung (perfektionistische Besorgnis): umfasst unter anderem die Eigenschaften Leistungszweifel und Fehlersensibilität, aber auch Angst vor Bewertung, besonders durch Eltern.

Ein Perfektionsstreben mit einer hohen Ausprägung in der Dimension des perfektionistischen Strebens, aber einer niedrigen Ausprägung in der Dimension der perfektionistischen Besorgnis, wird als gesundes oder funktionales Perfektionsstreben bezeichnet, während eine hohe Ausprägung in beiden Dimensionen mit einem ungesunden oder dysfunktionalen Perfektionsstreben in Zusammenhang gebracht wird. Letzteres wird Perfektionismus genannt.

Ursachen für die krankhafte Form des Perfektionismus sind wie bei allen anderen Persönlichkeitsstörungen in der Kindheit zu vermuten und lassen sich auf ein Verhalten der Eltern, das zum einen hohe Standards setzt und zum anderen zu wenig Wärme und Akzeptanz schenkt, zurückführen. Eine Neigung zum Perfektionismus kann aber auch angeboren sein. Ebenso ist perfektionistisches Verhalten ein angstvolles Vermeiden, genauer ein Unterdrücken von wahren Gefühlen, gegen oder für das man sich entscheiden kann.

Der Narzisst ist der grundlegenden Überzeugung, man müsse bestrebt sein, sehr hohen „verinnerlichten“ Ansprüchen bezüglich Verhalten und Leistung zu genügen, möglichst um Kritik zu vermeiden. Diese Haltung führt leider sehr oft zu Gefühlen von Druck oder Schwierigkeiten damit, es einmal ruhig angehen zu lassen. Narzissten, die in diesem Schema verharren, leiden oft darunter, sich nicht so wie andere vergnügen zu können. Sie wirken oft gehemmt in ihrer Freude, sind gestresst und stehen permanent unter Spannung. Ebenso glauben sie, niemals den perfekten Partner finden zu können, weil sie es nicht verdienen. Ihr Liebesleben stagniert. All das Positive, was entstehen kann, wird überlagert von der Angst, nicht auszureichen. Die Selbstachtung ist oft stark beeinträchtigt. Kleinere Misserfolge werden schon überbewertet. Narzissten mit diesem Erleben, können sich selber oft nicht verzeihen.

Überhöhte Standards zeigen sich meist in Form von Perfektionismus, übermäßiger Detailgenauigkeit oder der Unterbewertung eigener Leistung. Auch fühlen sich Menschen in diesem Schema dem Druck ausgesetzt, möglichst effektiv und effizient zu arbeiten, um noch mehr zu schaffen und zu leisten in noch weniger Zeit mit möglichst null Komma null Fehlern. Ihre Gedanken kreisen die meiste Zeit darum, wie sie besser und noch besser werden können. Ihre Grundsätze sind oft unrealistisch hoch und kaum zu erfüllen. Sie setzen sich selber viel zu hohe Maßstäbe, die sie oft in eine Depression stürzen, wenn sie bemerken, dass es ihnen nicht gelingt, wie sie sich das selber vorgenommen haben. (Jeffrey Young)

Ich dachte immer, ich muss mehr machen, um gesehen zu werden. Ich habe immer mehr gedacht als andere, ob nun in der Schule, auf Arbeit oder in der Politik. Und immer wurden meine guten Ideen geklaut und als die der anderen ausgegeben, oder ich wurde ausgenutzt. Gewürdigt wurde ich aber nie. Gelobt wurden meistens nur die anderen.

Ich habe bis zu meinem Zusammenbruch stets die Kontrolle bewahren müssen, um das perfekte Ziel zu erreichen. Nach meinem Zusammenbruch wurde zunehmend vieles anders. Ich habe irgendwann die Freude verloren, für andere etwas zu tun. Irgendwann habe ich meine Nächstenliebe über Bord geworfen und nur noch für Geld gewisse Tätigkeiten übernommen. Wenn ich schon kein Lob oder keine Bestätigung für meine Leistung erhalten kann, möchte ich wenigstens ausreichend honoriert werden. Gute Arbeit muss gut bezahlt werden. Bei schlechter Bezahlung reicht mein Anspruch dann auch nur für das Geld, das bezahlt wird, aus. Perfektion gibt’s von meiner Seite nur noch, wenn ich etwas davon habe.

Da es keine wirkliche Entscheidungsfreiheit bei narzisstischen Defiziten gibt, sondern immer nur Bestrebungen, vom psychosozialen Elend abzulenken und sich irgendeinen Ersatz zu verschaffen, um den empfundenen, selbst erfundenen Makel zu kompensieren, sind der „freie Markt“ ebenso wie „freie Wahlen“ in vielerlei Hinsicht eine trügerische Illusion. Der perfektionistische Mensch überlegt und überlegt und büßt viel an Spontanität ein, nur um sein brüchiges Selbst zu wahren, das er nach außen hin als möglichst perfekt darzustellen versucht. Leidet der Perfektionist unter seinem perfektionistischen Verhalten, ist eine Psychotherapie ratsam.

Laut Dr. Hans-Joachim Maaz wird auch das Wirtschaftssystem nach Überwindung kollektiver Not und Armut stets zum Tummelfeld narzisstisch begründeter Begehrlichkeiten. Werbung, Reklame, Mode, Status und Gruppendruck sind so wirkungsvoll, weil sie zu suggerieren verstehen, was Menschen mit narzisstischen Bedürfnissen brauchen, was sie angeblich viel glücklicher macht und wie man es schafft, (an‑)erkannt zu werden und dazuzugehören. Denn aus sich heraus wissen die meisten Narzissten das nicht (wie auch viele selbsternannte Nicht-Narzissten, sofern es die noch gibt). Sie konnten sich nie so entwickeln und herausfinden, wer sie sind und wer sie werden könnten, wenn sie es wollten, und was sie wirklich brauchen und begehren. Sie wirken wie ferngesteuert, automatisiert, impulsgetrieben, aber niemals ausgeglichen, in ihrer inneren Mitte ruhend. Sie befinden sich permanent auf der Suche nach Anerkennung und Perfektion – auch gerade weil sie glauben, nur in dieser Form liebenswert zu sein.

So gestalten die narzisstischen Störungen auch die Gesellschaften aus, wobei die typische Kollusion von Größenselbst und Größenklein ein weitestgehend reibungsloses Zusammenspiel – jedenfalls bis zum Zusammenbruch – ermöglicht. (Dr. Hans-Joachim Maaz)

Täter, Opfer, Richter

Wer noch nie gesündigt hat, werfe den ersten Stein. (Bibel)

Die Deutschen spielen gerne Richter. Sie richten vornehmlich gerne gegen Gotteslästerer, psychisch Erkrankte, Straftäter, die ihrer Meinung nach zu milde bestraft wurden und gegenüber jedem, der nicht in ihr Weltbild passt. Erstaunlich dabei ist, dass sie dabei, wie so viele auch, sich in Erster Linie mit den Tätern beschäftigen, als mit den Opfern, die ja schon in der öffentlichen Wahrnehmung weniger Aufmerksamkeit bekommen, als ihre Peiniger.

Der weiße Ring und andere Opferschutzorganisationen bemängeln dies, aber eine Änderung ist nicht in Sicht. Viele Deutsche fordern teilweise blind drauf los, ohne wirklich reflektiert darüber nachgedacht zu haben und wundern sich dann, dass sie am Ende nichts mehr mitbekommen, weil sie sich im ersten Moment darüber aufregen und im zweiten Moment es wieder vergessen, bis eben die nächste Missetat in der Öffentlichkeit von den Medien auf einem Präsentierteller garniert mit Übertreibungen und Dramatisierungen zur Schau gestellt wird, wo viele von uns Menschen, dann wieder für einen Tag Richter spielen. Sei selbst die Veränderung für die Welt, die du möchtest, übernehme Verantwortung für dich und dein Handeln, gerät immer mehr in Vergessenheit bzw. in die nicht mehr mögliche Umsetzbarkeit, weil jeder über jeden bevorzugt pauschalisiert, als eben mal über sich selber, oder die Hintergründe nachzudenken. Beim Narzissten wird auch nur auf sein Verhalten geguckt, welches Vordergründig vorliegt, aber auf seinen Backround guckt keiner, wenn er nicht mindestens als Kind missbraucht wurde oder Drogen konsumiert hat und die Medien in aller Ausführlichkeit darüber berichtet haben.

Ich möchte keinen Straftäter, keinen Psychopathen in Schutz nehmen. Ich möchte nur deutlich machen, durch welche Brille so manch einer guckt. Ich bin froh, dass wir in einem Rechtsstaat leben und es gewisse Gesetzte gibt, nach denen geurteilt wird. Ebenso bin ich froh, dass es Richter dafür gibt, die ein für die Gesellschaft faires Urteil fällen. Nicht immer erscheint uns das Verbrechen so offensichtlich, wie es in Wahrheit ist. Und nicht immer ist der Täter schuldig im Sinne der Anklage. Ferdinand von Schirach sprach sogar davon, dass man einem Mandanten nicht glauben muss oder ihn für unschuldig halten muss, um ihn zu verteidigen, denn jeder Mensch hat ein recht auf angemessene Verteidigung und da spielt es keine Rolle ob jemand schuldig ist oder nicht. Vorverurteilungen sind also mit besonderer Vorsicht zu genießen. Das zeigen viele in Deutschland bekannt gewordene Rechtsirrtümer oder Präzedenzfälle, wo am Ende ein Unschuldiger büßen musste oder auch in Schirachs Erzählungen, wie ein Schuldiger frei kam. Deswegen alle Menschen unter Generalverdacht stellen, ist Unsinn. Wer noch nie gesündigt hat, werfe an dieser Stelle den ersten Stein. Und man sollte auch nicht dabei vergessen, dass viele Straftäter selber in ihrer Kindheit ein Opfer waren und niemanden hatten, der sie in Schutz genommen hat.

Wie soll ein Kind lernen, was richtig oder falsch ist, wenn ihm in der Kindheit nicht der Unterschied erklärt wurde. Viele Straftäter haben nicht gelernt Verantwortung zu übernehmen (siehe auch Differenzierung und Beschreibung der dissozialen PS) und handeln nun aus ihrer Krankheit heraus, was jetzt nicht heißt, dass sie nichts dafür können oder es dürfen. Nur man sollte nicht zu früh ein abschließendes Gesamturteil über diesen Menschen fällen oder dazu aufrufen diesen Menschen, das gleiche anzutun, oder gar schlimmeres. Vergeltung ist kein Menschenrecht. Vergeltung ist genauso verwerflich, wie die Tat selber, die man vergelten will.

In der Berliner Charite gib es eine Tagesklinik bzw. Ambulanz für Menschen, die an Pädophilie erkrankt sind. Auch in anderen größeren Städten halten die Unikliniken solche Behandlungseinheiten bereit. Heutzutage wird vergessen, dass Pädophilie auch eine Krankheit ist. Natürlich ist das Verhalten eines Pädophilen verantwortungslos sobald er seine Sexualität offen auslebt und muss sanktioniert werden, wenn er keine Verantwortung für seine Neigung übernimmt und sich an Kindern vergreift. Und auch für die Opfer muss gesorgt werden. Ich verstehe auch, dass das Umfeld im ersten Moment schockiert ist über die Abscheulichkeit dieser Tat. Es ändert aber nichts, wenn man dem Täter noch mehr Aufmerksamkeit gibt, als sich selbst. Es bringt nichts, wenn ein Pädophiler, genauso wie ein Narzisst dämonisiert wird. Die Gesellschaft muss geschützt werden vor Menschen, die keine Verantwortung für ihr Verhalten übernehmen können oder wollen, aber es führt zu nichts, wenn sich die Massen auf diese Menschen stürzen und sie öffentlich denunzieren. Jeder Mensch verdient eine Chance, sich zu ändern. Wer einem Menschen dieses Recht verwehrt, leidet in meinen Augen selber an Empathielosigkeit.

Das sagt Deutschlands bekannteste Kriminalpsychologin Lydia Benecke im Übrigen über Pädophile:

Wenn ich mit pädophilen Tätern arbeite, sagen sie oft in der ersten Stunde: „Ich weiß, dass meine sexuellen Phantasien nicht normal sind. Ich weiß nicht, warum ich sie habe. Aber können sie mir helfen, damit diese Phantasien für immer verschwinden und ich ein normaler Mensch sein kann?“ Ich weiß, dass diese Menschen sich wirklich nicht erklären können, warum sie solche Phantasien haben und dass sie sich wünschen, nicht so zu sein. Ich muss ihnen dann sagen, dass ich ihnen helfen kann, ein zufriedenes Leben führen zu lernen, in dem sie anderen nicht mehr schaden. Doch diese Neigung einfach auslöschen, dass können wir Therapeuten zum jetzigen Zeitpunkt nicht. Viele Betroffene sind darüber so erschüttert, als würde man ihnen eine Krebsdiagnose stellen.“

Ich bin dankbar, dass mir ein solcher Lebensweg erspart geblieben ist. Das hatte zu einem guten Teil einfach mit Glück zu tun. Daher stelle ich mich nie moralisch über die Täter, mit denen ich arbeite. Denn ich bin dankbar, nie in ihren Schuhen gelaufen zu sein. „

Warum ich jetzt über dieses Thema schreibe und meine Meinung kund tue ist ganz einfach. Ich habe bei Youtube einige Videos eines Menschen gesehen, der sich in seiner Art und Weise zu unterschiedlichen Themen äußert. Er bezeichnet Pädophile als Abschaum. Er würde Ihnen nicht die Hand schütteln. Er gibt sich im Internet als minderjähriges Mädchen aus, welches noch keine allzu großen sexuellen Erfahrungen hat um sich dann mit älteren Männern zu verabreden, um diese dann vor laufender Kamera bloß zustellen. Ich bin nach wie vor froh, dass wir in einem Rechtsstaat leben und dass die Verfolgungsbehörden sehr viel investieren um Straftaten an Kindern aufzuklären und den Händlern von Kinderpornos oder den Konsumenten diesem Materials die gerechte Strafe oder Therapie zukommen zu lassen. Ich würde selber aber niemals auf die Idee kommen, das Recht selbst in die Hand zu nehmen, mich als Mädchen ausgeben (ich hab das einmal gemacht, vor einigen Jahren, das gebe ich zu, um eben diese perversen/krankhaften Machenschaften am eigenen Leib zu erfahren und sicher auch aus Neugierde), mich mit den Männern zu verabreden um diese dann vor laufender Kamera bloß zu stellen und dieses Video dann auch noch bei Youtube hochzuladen, damit jeder mir sagt, wie geil ich bin und wie scheiße doch die Pädophilen sind und dass diese Menschen es verdient haben, zu sterben. Ja, es wird geurteilt, verurteilt und das obwohl man oftmals selber schon gesündigt hat. Deswegen ist mir das Thema Verantwortung zu übernehmen für sich, sein Handeln und das eigene innere Kind so wichtig. Dies gilt für alle, also auch für die Kranken (Täter/ Pädophile/ Narzissten).

Jeder Mensch verdient die Chance zu zeigen, dass er sich ändern kann. Andersherum unterlasse ich es den Moralapostel zu spielen, denn die Frage, wie das passieren konnte, dass schon wieder ein Kind missbraucht wurde, wird nicht gestellt. Auch Eltern tragen Verantwortung. Wenn ich auf die Idee kommen sollte, mich als Kind auszugeben um Pädophile zu entlarven, dann nur mit dem Ziel, dass ich diese Menschen dazu bewege, Verantwortung zu übernehmen und sich Hilfe zu suchen, damit man sich und eben auch die Gesellschaft davor schützt, nachhaltig schaden zu nehmen. Wer jetzt immer noch mit Pfeilen auf mich schießt oder mit dem Finger auf mich zeigt, weil er glaubt, ich würde diese Menschen, die anderen Menschen großes Leid angetan haben, schützen, schönreden oder ihre Tat mit ihrer Krankheit rechtfertigt, dem möchte ich ans Herz legen, diesen Text noch mal von Anfang bis Ende zu lesen oder sich noch ein weiteres Zitat von Lydia Benecke vor Augen zu halten:

Ich erlebe immer wieder, dass Täter mir danken. Dafür danken, dass meine Kollegen und ich sie respektvoll behandeln und mit ihnen arbeiten. Mehrmals sagten Straftäter zu mir: Für die Menschen da draußen sind Leute wie ich einfach Monster, die sie am liebsten umbringen würden. Aber Sie sehen uns als Menschen, behandeln uns auch so und tun das, weil sie glauben, dass wir die Möglichkeit haben, uns zu verändern. Danke dafür.“

Die Liebe empathischer Menschen

von Luca Rohleder

Narzissten und Empathen sind gar nicht so verschieden. Beide haben die gleichen Wunden und Themen nur jeder geht anders damit um- so wie er es gelernt hat oder so wie es sich für ihn/sie am besten anfühlt.

Ich habe mich in dem Buch „Die Liebe empathischer Menschen“ von Luca Rohleder vom ersten Moment an gut begleitet, unterstützt und angenommen gefühlt. Der Autor spricht in einer sehr wertschätzenden und mitfühlenden Art und Weise den Leser an, scherzt sogar zwischen durch, sagt sogar selbst, dass Humor eine gute Methode ist um das Eis zu brechen.

Jetzt denken manche sicher, was rezensiere ich Leonard Anders, (Ex Narzisst) das Buch eines Empathen. Nun mir wurde auch mal irgendwann HSP diagnostiziert, bzw. es wurde festgestellt, ich sei hochsensibel und manchmal auch hochempfindlich bzw. hochempfindsam. Ich habe auch oft die Schuld bei mir gesucht und wollte es allen recht machen. Irgendwann ist es dann umgeswitscht ins narzisstisch, abwehrende, weil ich es Leid war in mir das Opfer zu sehen.- Ich war schon immer gut darin Gesten und Mimiken zu deuten. Man kann das Scanner- Persönlichkeit nennen oder auch gute Menschenkenntnis oder einfach nur „empathisch“. Es gilt nur zu unterscheiden zwischen Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung und Projektion.

Das Buch jedenfalls konnte ich gut lesen und es las sich flüssig. Die Sprache war klar und verständlich. Wer sich mit sich selbst auseinander setzen will und vielleicht erfahren will, warum er so verletzlich ist, warum er manches intensiver wahrnimmt als manch ein anderer (aufpassen, wir Menschen neigen dazu uns zu vergleichen und Abwertung und Erhöhung sind auch Repertoire jedes Menschen) der trifft mit diesem Buch eine gute Wahl. 
Die Differenzierung der Gratwanderung von wahrer Liebe und hoher Verletzlichkeit ist dem Autor dieses Buches jedenfalls gelungen. Es ist zwar sehr detailliert beschrieben, aber keinesfalls langweilig oder langatmig.

Lucas Defintion vom Ich, also sein Drei Instanzen Modell angelehnt an Freud ist das, was ich auch schon kannte und wonach ich lebe. Das mit dem Neugeborenen-Ich kannte ich noch nicht, hat mir aber sehr geholfen das ein oder andere für mich besser zu erschließen.

Danke jedenfalls für dieses wertvolle und gute Buch. Danke Luca Rohleder, dass du das geschrieben hast. 
Ich vergebe 5 von 5 Sternen.

Das Trauma von der Seele schreiben

von Stefan Konrad Niederwieser

Schreiben befreit. Wer schreibt der bleibt. Bislang bekannte Phrasen, die durch dieses Buch nochmal unterschrieben werden. Ja schreiben befreit und es kann sogar heilen, denn was raus ist, ist raus.

Dem Autor gelingt es in sehr klarer und doch verständlicher und vor allem einfühlsamer Sprache seine Leser mitzunehmen in seine Gedanken und in sein Anliegen. Man fühlt sich sofort abgeholt und das bleibt auch so von der ersten und letzten Seite. Ich dachte eine Zeit lang, dass er über mich schreibt, denn ich erkannte viele Parallelen. Vor allem die aufgeführten Erfahrungen während des Schreibens kann ich zu 100% teilen. Schreiben hatte auch für mich bislang immer eine sehr befreiende und fast schon heilende Wirkung. Das Schreiben half mir schon das ein oder andere mal, meine Gedanken zu sortieren, meine Handlungen zu reflektieren und meine Gefühlswelt deutlicher wahrzunehmen.

Der Autor arbeitet selber als Traumatherapeut und erzählt genau was ein Trauma ist, was es auslöst, er unterscheidet zwischen Entwicklungs- und Schocktrauma und hat mir geholfen ebenso dazu zu lernen. Fachlich hatte ich das Gefühl, dass er genau weiß wovon er schreibt und das zieht sich durch das ganze Buch. Ich wusste das Schreiben immer hilft, aber er hat es nochmals untermauert und mit sehr sinnigen Beispielen (teilweise sogar aus dem eigenen (Er-)leben) belegt.

Die empfohlenen Übungen sind leicht umsetzbar und daher aus meiner Sicht für jeden umsetzbar. Ich werde einige seiner Übungen auf jeden Fall in mein Coachingprogramm aufnehmen und meine Klienten damit arbeiten lassen.

Ich kann dieses Buch jedem uneingeschränkt empfehlen, der sich mit Trauma beschäftigt, und nach einer einfachen Methode sucht, ohne dafür monatelang auf einen Therapieplatz zu warten.

Den Zwang entwickelt das Ego

Wie ich lernte auf mein inneres Kind zu hören

TRIGGERWARNUNG:

Ich möchte Ihnen gerne vor dem Genuss dieser Lektüre (und auch dieses Textes) einen kleinen Hinweis geben, der es Ihnen eventuell leichter macht, sich im Falle eines Triggers von ihren Gedanken, die Sie dann umgeben, zu lösen und zwar liebevoll und ganz ohne Selbstvorwürfe.


Ich arbeite viel mit Selbstsuggestion und NLP. (www.einfach-anders.coaching.de) . Ja ich habe mich zum Coach ausbilden lassen. Ich bin jetzt mein eigener Coach.

Das heißt, ich programmiere meine Denkmuster um. Aus „Ich muss“ wird ein liebevolles „Ich darf“. Dabei bin ich achtsam und mir über die Wirkung meiner Programmierung bewusst. Ich lerne nach meinen eigenen inneren Regeln mein Leben zu leben. Natürlich gibt es Grenzen, die man nicht überschreiten darf. Diese aber legt jeder für sich selber fest. Und ebenso ist jeder für die Bekanntmachung und Einhaltung der eigenen Grenzen verantwortlich.

Ein einfaches Nein zu den anderen kann ebenso Wunder bewirken, wie ein liebevolles JA zu sich selbst.

Atmen aber nicht vergessen.

Gern unterstütze ich Sie dabei, es mir gleich zu tun. Aber Sie müssen es natürlich nicht. Ich bin vollkommen Erwartungslos. Was sie tun, oder nicht tun, entscheiden ganz alleine Sie. Ich biete es Ihnen lediglich an. Ich persönlich tue auch nur noch das was ich will und nicht was ich muss. Das heißt auch, dass ich bei manch verlockenden Angeboten Nein sage, weil ich mir gerade wichtiger bin.

Und ich lebe dafür. Ich will mein Leben nur noch bewusst leben. Und wenn ich einen Rückfall habe, begegne ich mir ebenso liebevoll, wie anderen, weil ich zum einen weiß wie das geht, zum anderen aber auch, weil ich die Konsequenzen kenne, wenn ich dem nicht nachgehe. Wenn ich mich und meine Bedürfnisse ignoriere, darf ich mich nicht wundern, dass mein Umfeld mich nicht sieht. Sie sehen nur, was ich Ihnen zeige. Und wenn ich so tue als wäre alles ok, dann ist das ganz allein meine Verantwortung. Wenn ich Angst habe mich zu öffnen, liegt es auch eher an dem, was ich befürchte, selten aber an dem was gerade wirklich ist. Bin ich aber achtsam und mache mir bewusst was gerade ist, dann löst sich meine Angst meist von selbst auf.

Es ist nicht die Angst vorm Scheitern, die mich daran hindert es tun, sondern meine Gedanken über die möglichen Eventualitäten die mich es gar nicht erst versuchen lassen. Und dann scheitere ich erst recht.

Es heißt nicht: „Da muss man durch“ oder „Ich muss stark sein für die anderen“ sondern „Ich lebe von nun an selbstbestimmt“

Ein Beispiel:
Ich höre immer wieder, dass man arbeiten muss, auf Klo gehen muss, schlafen muss und überhaupt das Leben aus sehr vielen Pflichten besteht.
Ich muss aber nicht arbeiten. Ich darf es aber gerne tun, wenn ich es will. Sie müssen auch nur arbeiten, wenn Sie wollen. Natürlich können Sie sich hinter dem Argument verstecken, dass man manchmal arbeiten muss, gerade dann wenn es unangenehm ist, wenn es z.B sehr heiß draußen ist.
Nun irgendwann aber haben Sie sich entschieden, dass Sie in diesem Beruf arbeiten wollen. Das ist wie in der Ehe. Es gibt gute Zeiten und es gibt schlechte Zeiten. Sagen Sie mir jetzt bitte nicht, dass Sie das nicht gewusst haben, Sie sich also nicht darüber bewusst waren, dass es bei der Arbeit immer leicht ist. Und selbst dann können Sie sich selbst sagen: Ich will, weil ich will und nicht weil ich muss.
Außerdem können sie bei Hitze langsamer arbeiten, oder Pausen einlegen. Zu diesem Thema werden Sie im Laufe dieses Buches noch mehr erfahren. Sich Zeit nehmen, für sich, für Pausen und für Achtsamkeit.

Niemand kann sie zwingen durchzuarbeiten. Der Chef sagt Ihnen, was er von Ihnen vielleicht erwartet. Sie aber entscheiden, wie Sie es umsetzen. Der Chef hat nichts davon, wenn Sie sich übernehmen, weil Sie denken, dass er es erwartet und Sie dann sich verheben oder ausbrennen. Warum also denken Sie , dass Sie etwas tun müssen, weil es der Chef von Ihnen erwartet?

Wie die Überschrift schon sagt: Der Zwang kommt aus dem Inneren, aus ihrem Inneren. Diesen Zwang entwickelt ihr Ego, was Ihnen sagt, was sie angeblich tun müssen, was ihr Herz aber überprüfen kann, man nennt es auch reinfühlen.

Sie sind zwar geprägt von ihren ersten Bezugspersonen, aber Sie sind jetzt alt genug selber die wichtigste Bezugsperson für ihr inneres Kind zu sein. Sie dürfen das wirklich. Sie sind jetzt selbst erwachen und dürfen eigene Entscheidungen treffen. Und ihr Ego hat damit absolut nichts zu tun.

Ein weiteres Beispiel:

Wenn ich krank bin, bin ich krank. Das schlechte Gewissen tausche ich gegen den Krankenschein ein.
Ich muss auch nicht gesund werden. Aber ich will gesund werden. Und ich werde gesund. Alles zu seiner Zeit. Was passiert, das passiert.

Das funktioniert aber nicht auf Drang und Zwang, sondern nur mit einer liebevollen Einstellung gegenüber mir selbst. Das heißt ich kümmere mich um mich. Ich gebe mir was ich brauch. Ich brauche Entspannung. Und jedes Mal wenn ich den Gedanken wahrnehme, dass ich gesund werden muss, dann atme ich und lächele umso entspannter.
Bis zu meinem Zusammenbruch war ich genauso. Ich dachte ich darf nicht krank sein, muss arbeiten und darf bloß keine Schwäche zeigen. Ich hinkte meinen eigenen Erwartungen hinterher, die ich auf mein Umfeld projizierte. Ich ging davon aus, nur was Wert zu sein, wenn ich viel leiste.
Dass ich aber genug leiste, fiel mir nicht auf. Nein ich dachte, ich muss weiter machen, immer weiter. Mein Ego verglich mich ständig mit anderen. Es war wie ein innerer Zwang. Ich musste besser sein als die anderen. Und ich brauchte die Bestätigung. Wozu das alles? Um krank zu werden?

Was meinen Sie, was passierte, als ich dann nach meinem Klinikaufenthalt bei der Arbeit das erste Mal Schwäche zeigte und dann dazu stand?


Nichts.
Ich wurde nicht ausgelacht.
Aber ich bekam Mitgefühl.
Ich durfte Sein ohne dafür was zu tun.
Geil!
Mein inneres Kind machte Luftsprünge. Es durfte sich zeigen, wie es ist. Ich durfte zeigen zu welchen Gefühlen ich in der Lage bin. Ich konnte meine Maske ablegen. Mein Ego hatte Sendepause. Ich gewann Sicherheit. Und ich fühle mich absolut bestätigt, mich für den richtigen Weg entschieden zu haben. Und die Zwangsstörung meines Egos konnte heilen.

Und ich lernte in der Klinik wirklich achtsamer zu sein, in erster Linie zu mir selber, im Umkehrschluss aber auch ganz automatisch für andere.

Was Sie von dem, was ich hier schreibe mitnehmen und für sich übernehmen, entscheiden Sie selbst. Ich erwarte nichts von Ihnen außer, wenn Sie sich entscheiden etwas zu tun, dass Sie es bewusst machen und weil Sie es wollen. Bitte fühlen Sie sich nicht genötigt jeden Rat, den Sie hier lesen anzunehmen. Ich möchte Ihnen nur das Angebot machen, sich selbst mit Achtsamkeit, Respekt und Liebe zu begegnen.
Wie Sie es am Ende umsetzen, liegt ebenso an Ihnen.

Wie Sie vielleicht wissen: Niemand ist perfekt, also bin ich es auch nicht. Auch ich bin hin und wieder unbewusst. Auch ich falle in alte Muster oder fülle die Opferrolle aus. Und wenn mir das auffällt oder zurück gemeldet wird, denke ich mir: Wieder was gelernt über mich. Danke!
Ich lerne also wie Sie immer wieder neu dazu. Ich nehme alles an, setze aber nur das um, was ich will. Ich akzeptiere jede Meinung, finde deswegen aber nicht alles gut. Was ich aber gut finde ist, wenn Sie eine eigene Meinung haben.

Und sollte Sie der Text nun getriggert haben, begegnen Sie sich bitte liebevoll. Sie haben sich dafür entschieden diesen Text zu lesen. Genauso dürfen Sie nun entscheiden, was Sie sich selber (also auch ihrem inneren Kind) Gutes tun.

In diesem Sinne
Viel Gutes auf ihren Wegen.

Ihr Leonard Anders

Die Überwindung der Angst vor Veränderungen

Über die fehlende Zuversicht, dass alles anders wird, wenn man sich verändert und wie man diese Zuversicht doch erlangen kann

 

Von Nichts kommt nichts, war einer der ersten Sprüche, die mich einst motivierten etwas zu tun, was ich vorher noch nie getan hatte. Nämlich etwas zu tun, von dem ich nicht überzeugt war. Ich dachte nicht an die Möglichkeit dass es gelingen könnte, sondern ich war der Überzeugung, dass die Sache scheitern würde. Am Ende war ich dann derjenige an dem sich alle ein Beispiel nahmen. Ich kann da jetzt zwar nur für mich sprechen, aber so war es aus meiner Sicht.
Auch Probieren geht über Studieren ist so ein Spruch, der im ersten Moment wie eine Phrase klingt, aber am Ende dann doch ganz viel Wahrheit beinhaltet. Denn ob eine Sache gelingt erfährt man tatsächlich nicht, wenn man darüber nachdenkt, sondern wenn man es ausprobiert. Deswegen ja auch: „Probieren geht über Studieren“.

Und so ist das bei jeder Übung die ich in diesem Buch vorstelle oder bei jedem Versuch etwas zu verändern an der eigenen Lage. Man muss sich da schon ein Stück weit selbstständig bewegen um etwas zu bewegen im eigenen Leben. Auch wenn Nichtstun auch eine Lösung ist, heißt es nicht, dass reines Nichts-tun immer die Lösung ist. Wenn man sonst immer nur ganz viel getan hat, ist Nichts-tun eine Alternative. Wenn man aber nicht weiß was man tun soll, dann ist „Etwas tun“ oder „Etwas anders machen als zuvor“ nicht nur bloß eine von mehreren Optionen, sondern tatsächlich eine Möglichkeit tatsächlich etwas verändern zu können, am eigenen Tun und Sein.

Kognition und Emotion sind zwei paar verschiedene Schuhe. Es dauert manchmal solange wie es dauert. Heilung passiert nicht durch angelesene Theorie sondern durch erfahrene Praxis, sprich neue Erfahrung. Die Theorie ist nur das Fundament oder die ergänzende Begleitung. Sie öffnet Türen, hindurch gehen oder ausprobieren muss man aber selbst. Manchmal bietet sich auch ein Training an mit einem einfühlsamen Therapeuten oder Coach.

Wie funktioniert Heilung?

Das ist bei jedem anders. Aber mir hilft es das angelesene Wissen auszuprobieren. Jeder ist da individuell in seinem Tempo und seinen Ausführungen. Wichtig ist auch, dass man nicht so schnell eine Veränderung erwartet. Ungeduld ist da ein schlechter Ratgeber. Zuversicht dass es einen Sinn hat, ist aber etwas, was durchaus einen Sinn hat. Nichts ändert sich von jetzt auf gleich.
Das ist ein Prozess. Und der Erfolg macht sich erst bemerkbar, wenn er eingetreten ist.
Übung macht nun mal den Meister. Wer zuviel erwartet wird enttäuscht.

Wie motiviere ich mich selber den ersten Schritt zu gehen?

Viele von uns wurden als Kinder mit dem Belohnungssystem konfrontiert, teilweise sogar konditioniert, was zur Folge hatte, dass manch einer am Ende abhängig war von der Anerkennung anderer, die er für seine guten Leistungen erhielt. Die Belohnung war der Köder zu tun was getan werden musste. „Abliefern!“ Entsprach man aber einmal nicht den Erwartungen, gab es auch kein Lob mehr. Was gut gemeint war um jemanden für gute oder herausragende Leistungen zu motivieren, war auch gleichzeitig ein Tritt in die Magengrube für den Selbstwert, der einerseits unter dem Druck litt gut sein zu müssen um Lob zu erfahren, gleichzeitig aber auch die Versagensangst aufbaute und damit den Glaubenssatz entwickelte: Ich bin nur was wert, wenn ich gute Leistungen abliefere.

Jedoch darf man nicht vergessen, dass man immer was wert ist, unabhängig welche Leistung man abliefert. Dieses Denken anzunehmen ist kognitiv einfach, aber emotional umzusetzen dafür umso schwerer, einfach weil man es niemals so kennen gelernt hat, und deswegen nun der Überzeugung ist, dieses oder jenes nicht zu verdienen, weil die eigene Leistung weder herausragend ist und die Anerkennung von Außen fehlt.
Diese Anerkennung sich selbst zu geben, wurde nicht gelernt. Die Angst nicht zu genügen entsteht und bildet sich permanent aus. Das Gehirn speichert diese Gedanken und fortan gilt dieser Glaubenssatz als Lebenswirklichkeit, die eben aber auch den Betreffenden daran hindert, später Zuversicht zu verspüren, dass sich ein gutes Gefühl einstellt, wenn man sich selbst etwas Gutes tut, man für sich sorgt oder sich gar auf den Weg macht, sein Denken und Tun zu verändern. Viele von uns denken aufgrund dieser Konditionierung es nicht verdient haben jemals glücklich zu sein, mehr noch verlieren sie den Glauben an das Gute im Leben. Die eigenen Gedanken behindern uns dann, an unseren neuen Weg zu glauben, eine Übung auszuführen oder gar einen Therapeutin aufzusuchen, weil es nichts bringt, es niemals besser wird und man niemals glücklich wird.

Nach meinen eigenen Erfahrungen jedoch kann man diesem Belohnungssystem von früher, in der heutigen Zeit etwas Positives abgewinnen, wenn man diesen ins Positive umkehrt. Und Zwar: wenn ich etwas für mich tue, belohne ich mich selbst und sei es nur mit dem Gefühl mir selber etwas Gutes getan zu haben. Ich persönliche habe einige Rituale in mein Leben eingebaut. Zu Zeiten wo ich noch voll erwerbstätig war und einer Arbeit auf dem ersten Arbeitsmarkt nachging, nahm ich mir einerseits jeden Tag etwas vor, worauf ich mich freuen konnte (so fiel mir die Arbeit leichter), andererseits führte ich auch ein Feierabendritual ein. Auf halber Strecke zwischen Arbeitsplatz und Wohnort gönnte ich mir auf einer Parkbank sitzend jeden Tag eine kalte Cola oder ein kühles Malzbier und dazu eine Zigarette.

Des weiteren habe ich es mir angewöhnt, mir selber jeden Morgen beim Aufstehen selber einen guten Morgen zu wünschen. Dieser Umstand motivierte mich nachhaltig mit dem richtigen Bein aufzustehen.

Auch wenn ich manchmal einen Rückfall habe, erweist sich mein eigenes Belohnungssystem für mich als Glücksfall, schaffe ich es doch sowohl bei schlechter Stimmung gut für mich zu sorgen, als auch mich über die kleinen Erfolge im Leben zu freuen. Ich lobe mich selbst ohne danach zu stinken.

Und da wir dieses Thema mit einem schlauen Spruch bzw. einer Redensart eingeleitet haben, möchte ich mit einem weiteren schlauen Spruch dieses Thema erst mal ad acta legen: „Versuch macht klug“. Versuchen Sie einfach ihr Glück, sich selbst der Freund zu sein, den sie am meisten brauchen. Versuchen sie sich selber zu motivieren auch bei Rückfällen und dem Anflug negativer Gedanken mit Nachsicht zu begegnen. Sie haben es verdient glücklich zu sein und das zu jeder Tageszeit. Ich wünsche Ihnen gutes Gelingen beim Ausprobieren.

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