Schlagwort: Rezension

 

Die Liebe empathischer Menschen

von Luca Rohleder

Narzissten und Empathen sind gar nicht so verschieden. Beide haben die gleichen Wunden und Themen nur jeder geht anders damit um- so wie er es gelernt hat oder so wie es sich für ihn/sie am besten anfühlt.

Ich habe mich in dem Buch „Die Liebe empathischer Menschen“ von Luca Rohleder vom ersten Moment an gut begleitet, unterstützt und angenommen gefühlt. Der Autor spricht in einer sehr wertschätzenden und mitfühlenden Art und Weise den Leser an, scherzt sogar zwischen durch, sagt sogar selbst, dass Humor eine gute Methode ist um das Eis zu brechen.

Jetzt denken manche sicher, was rezensiere ich Leonard Anders, (Ex Narzisst) das Buch eines Empathen. Nun mir wurde auch mal irgendwann HSP diagnostiziert, bzw. es wurde festgestellt, ich sei hochsensibel und manchmal auch hochempfindlich bzw. hochempfindsam. Ich habe auch oft die Schuld bei mir gesucht und wollte es allen recht machen. Irgendwann ist es dann umgeswitscht ins narzisstisch, abwehrende, weil ich es Leid war in mir das Opfer zu sehen.- Ich war schon immer gut darin Gesten und Mimiken zu deuten. Man kann das Scanner- Persönlichkeit nennen oder auch gute Menschenkenntnis oder einfach nur „empathisch“. Es gilt nur zu unterscheiden zwischen Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung und Projektion.

Das Buch jedenfalls konnte ich gut lesen und es las sich flüssig. Die Sprache war klar und verständlich. Wer sich mit sich selbst auseinander setzen will und vielleicht erfahren will, warum er so verletzlich ist, warum er manches intensiver wahrnimmt als manch ein anderer (aufpassen, wir Menschen neigen dazu uns zu vergleichen und Abwertung und Erhöhung sind auch Repertoire jedes Menschen) der trifft mit diesem Buch eine gute Wahl. 
Die Differenzierung der Gratwanderung von wahrer Liebe und hoher Verletzlichkeit ist dem Autor dieses Buches jedenfalls gelungen. Es ist zwar sehr detailliert beschrieben, aber keinesfalls langweilig oder langatmig.

Lucas Defintion vom Ich, also sein Drei Instanzen Modell angelehnt an Freud ist das, was ich auch schon kannte und wonach ich lebe. Das mit dem Neugeborenen-Ich kannte ich noch nicht, hat mir aber sehr geholfen das ein oder andere für mich besser zu erschließen.

Danke jedenfalls für dieses wertvolle und gute Buch. Danke Luca Rohleder, dass du das geschrieben hast. 
Ich vergebe 5 von 5 Sternen.

Das Trauma von der Seele schreiben

von Stefan Konrad Niederwieser

Schreiben befreit. Wer schreibt der bleibt. Bislang bekannte Phrasen, die durch dieses Buch nochmal unterschrieben werden. Ja schreiben befreit und es kann sogar heilen, denn was raus ist, ist raus.

Dem Autor gelingt es in sehr klarer und doch verständlicher und vor allem einfühlsamer Sprache seine Leser mitzunehmen in seine Gedanken und in sein Anliegen. Man fühlt sich sofort abgeholt und das bleibt auch so von der ersten und letzten Seite. Ich dachte eine Zeit lang, dass er über mich schreibt, denn ich erkannte viele Parallelen. Vor allem die aufgeführten Erfahrungen während des Schreibens kann ich zu 100% teilen. Schreiben hatte auch für mich bislang immer eine sehr befreiende und fast schon heilende Wirkung. Das Schreiben half mir schon das ein oder andere mal, meine Gedanken zu sortieren, meine Handlungen zu reflektieren und meine Gefühlswelt deutlicher wahrzunehmen.

Der Autor arbeitet selber als Traumatherapeut und erzählt genau was ein Trauma ist, was es auslöst, er unterscheidet zwischen Entwicklungs- und Schocktrauma und hat mir geholfen ebenso dazu zu lernen. Fachlich hatte ich das Gefühl, dass er genau weiß wovon er schreibt und das zieht sich durch das ganze Buch. Ich wusste das Schreiben immer hilft, aber er hat es nochmals untermauert und mit sehr sinnigen Beispielen (teilweise sogar aus dem eigenen (Er-)leben) belegt.

Die empfohlenen Übungen sind leicht umsetzbar und daher aus meiner Sicht für jeden umsetzbar. Ich werde einige seiner Übungen auf jeden Fall in mein Coachingprogramm aufnehmen und meine Klienten damit arbeiten lassen.

Ich kann dieses Buch jedem uneingeschränkt empfehlen, der sich mit Trauma beschäftigt, und nach einer einfachen Methode sucht, ohne dafür monatelang auf einen Therapieplatz zu warten.